Literaturcafé am Sonntag, 28. August 2016

 

Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im ZFK

Abgründiger Humor und kritischer Widerstand: Irmtraut Morgner

Die Veranstaltungsreihe „Literaturcafé“ wird am 28. August 2016 um 15.00 Uhr mit der Vorstellung der Schriftstellerin Irmtraut Morgner fortgeführt. Olaf n. Schwanke stellt Irmtraut Morgner (1933 – 1990) vor, unter dem Motto „Humor als aktiver Widerstand gegen die Bedrohung“.

Abgründiger Humor und kritischer Widerstand gegen alles scheinbar Selbstverständliche waren in der Tat Kennzeichen der Literatur der eingefleischten DDR-Autorin Irmtraut Morgner. In Chemnitz in proletarischen Verhältnissen aufgewachsenen, musste sie sich den Zugang zur Literatur gegen viele Widerstände erkämpfen. An der Universität Leipzig studierte sie bei Hans Mayer und Ernst Bloch. Ihre epochalen Werke „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura” (1975) und „Amanda. Ein Hexenroman” (1983) machten den Geschlechterkonflikt und die uneingelöste Gleichberechtigung der Frau in der DDR zum Thema. Sie wurden wegweisend für die darauf folgende vielfältige Weiterbearbeitung des Themas bei Schriftstellerinnen in der DDR wie in der BRD. Sie starb, einigermaßen verzweifelt an den Verirrungen der Frauenemanzipation ebenso wie am scheiternden Sozialismus, dessen Zusammenbruch sie nicht mehr erlebte.

Weitere Termine und AutorInnen des Literaturcafés 2016

25.09.2016: Hans Henny Jahnn

30.10.2016: Erasmus Schöfer

27.11.2016: Günther Anders

18.12.2016: Johan Galtung

Auskunft erteilt: Prof. Dr. Wolfgang Popp, 0271-20596

nolzpopp@web.de

www.friedenspaedagogen.de

 

Atomwaffenfrei – jetzt!

 

Atomwaffenfrei – jetzt!

Zum Hiroshima-Tag (6. August) zeigt sich das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) besorgt über die begonnene Modernisierung der Atomwaffen, die in Büchel (Eifel) stationiert sind. Ihre bloße Existenz bedroht auch das Siegerland. NATO-Politiker denken über einen Einsatz gegen Russland nach. Er würde aus Europa ein unbewohnbares Wüstland machen. Tausend Mal Hiroshima und Nagasaki zusammen! Die Atombombenabwürfe im August 1945 töteten 100.000 Menschen sofort, bis zu einer halben Million Japaner starben an den Folgen der atomaren Verseuchung.

Im Gedenken an die Opfer und in Verantwortung für eine friedliche Zukunft unterstützt das ZFK die Forderung nach weltweiter Ächtung der Atomwaffen. Die Bundesregierung wird aufgefordert, auf die nukleare Teilhabe Deutschlands zu verzichten, was auch von einer großen Mehrheit der Bevölkerung verlangt wird“, erklärt Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger und Geschäftsführer des ZFK.

Zu atomaren Abrüstung gehört aber auch die sofortige Stilllegung aller Atomreaktoren in Europa. Die meistens sind gegen terroristische Angriffe ungeschützt. Es ist nicht auszudenken, welche verheerenden Folgen solche Aktionen auch für uns haben würden.

Zentrum für Friedenskultur (ZFK), 0271-20596, info@zfk-siegen.net, www.friedenspaedagogen.de

 

Schwulenfeindlichkeit im Alter

 

Wolfgang Popp

Schwulenfeindlichkeit im Alter

Da hat man ein halbes Leben lang für die Gleichstellung von schwulen Männern und lesbischen Frauen und von Menschen mit anderer Sexualität in unserer Gesellschaft gekämpft und glaubt wenigstens ein Stück an sexueller Freiheit und Selbstbestimmung erreicht zu haben, – und muss im Jahr 2016 erleben, dass Tausende auf die Straße gehen, um dagegen zu protestieren. Über 16.000 Menschen unterstützen eine Petition, in der sie es ablehnen, dass im Sexualkundeunterricht der Schulen auch über Homo- und Transsexualität aufgeklärt und gesprochen wird. Das untergrabe „in untragbarer Weise das grundgesetzlich garantierte Erziehungsrecht der Eltern und leistet der Verunsicherung und Indoktrination unserer Kinder Vorschub.“

Wieso eigentlich? Die Schulgesetze aller Bundesländer schreiben doch verbindlich vor, dass bei Entscheidungen über bestimmte Inhalte des Sexualkundeunterrichts an einer Schule die Eltern zu beteiligen sind, über Notwendigkeit, Sinn und Herangehensweise aufgeklärt und ihre möglichen Einwände berücksichtigt werden sollen. Und wieso leistet die Thematisierung von Homo- und Transsexualität der „Verunsicherung und Indoktrinierung“ der Kinder Vorschub? Homosexuelle oder transsexuelle Kinder wissen schon früh, vor jeder sexuellen Praxis, im Unterbewusstsein von ihrer sexuellen Ausprägung und werden verunsichert, wenn sie nicht erfahren, was dies bedeutet oder dass es gar verachtet wird. Und sie fühlen sich indoktriniert durch eine Erziehung, sei es durch ihre Eltern oder die Schule, die ihnen Wissen darüber verwehrt.

Und wer sind überhaupt „unsere Kinder“? Unser Besitz, Eigentum? Gehört es zum „Erziehungsrecht“ von Eltern, zu entscheiden, in welche Richtung sich ihr Kind sexuell entwickelt? Wie sollen sie sich nach Meinung der Eiferer verhalten, wenn sich heraus stellt, dass ihr Kind homosexuell oder transsexuell ist? Was ist mit Kindern schwuler oder lesbischer Eltern? Wenn sie sich als heterosexuell entwickeln, was immer noch das Wahrscheinlichste ist, oder als schwul oder lesbisch oder transsexuell? Sind das alles „unsere Kinder“, für die „wir“ das Elternrecht in Anspruch nehmen dürfen? Und was ist überhaupt mit den Rechten des Kindes, zu denen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung gehört? Alles Fragen, die die Eiferer für das Erziehungsrecht der Eltern über den Haufen werfen. Sie gehen auf die Straße mit dumpfen Parolen wie „Ehe bleibt Ehe! Stoppt die Gender-Agenda und die Sexualisierung unserer Kinder!“ (Stuttgart 2015) oder „Stoppt Gender und Sexualpädagogik der ‘Vielfalt’ in Bayerns Schulen!“ (München 2016) und wollen die mühsam genug erkämpften Fortschritte in der bundesdeutschen Gesetzgebung und Rechtsprechung rückgängig machen.

Ich weiß nicht, ob die Homo-Ehe ein erstrebenswertes Ziel des Kampfes um Gleichstellung ist. Für mich hat sie einen zu bitteren Geruch von patriarchalisch-christlicher Macho-Gesellschaft, in der das Machtdenken der Männer sich immer noch und immer wieder durchsetzt. Mir würde eigentlich eine Partnerschaft, ob „eingetragen“ oder nicht, genügen, wenn die Partner alle bürgerlichen Rechte hätten wie jeder Mann und jede Frau, auch ein richtig verstandenes Erziehungsrecht. Und ich bin sicher, dass es unserer Gesellschaft gut täte, wenn mehr sensible Schwule und Lesben ihren Kinderwunsch realisieren könnten, sei es als Paar oder als Alleinerziehende, sei es mit eigenen Kindern oder mit adoptierten. Sie würden vielleicht mit mehr Achtung vor den Rechten und der Entwicklung ihrer Kinder das Erziehungsrecht wahrnehmen, als diejenigen, die jetzt „unsere“ Kinder davor schützen wollen, in einem verantwortungsvollem schulischen Sexualkundeunterricht ihrem Alter angemessen über das Phänomen der menschlichen Sexualität und ihrer verschiedenen Ausprägungen aufgeklärt zu werden und unbefangen auch untereinander darüber sprechen zu können.

Schon in der Grundschule sind „schwul“ und „lesbisch“ weit verbreitete Schimpf- oder Spottwörter, selbst wenn die, die sie benutzen, noch gar keine Ahnung von ihrer Bedeutung haben. Aber sie wissen im frühen Alter, dass man mit diesen Wörtern andere schlecht machen, beleidigen und kränken kann, sie lernen schon früh, andere zu verachten und werden das in der Jugend und im Erwachsenenleben fortsetzen. Neuere Studien weisen nach, dass Schwulenfeindlichkeit trotz aller Gleichstellung und offizieller Toleranz noch immer in unserer Gesellschaft fest verankert und alltäglich ist. So stellte die Deutsche Aidshilfe kürzlich in einer Umfrage unter Schwulen fest, dass 15% der Befragten angaben, im letzten Jahr vor der Befragung verbale oder körperliche Gewalt erfahren zu haben, bei den 16- bis 19-Jähigen waren es sogar erschreckende 37%. Die heute Kinder vor Sexualisierung schützen wollen, indem sie sie dumm halten, züchten genau diese Gewalt, und das nachhaltig.

Die Demo in München wurde kurzfristig abgesagt, angeblich wegen der kürzlichen Attentate. Tatsächlich aber hatte sich bayernweit ein breites Bündnis gebildet, das unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ zum Widerstand aufrief. Das kann uns ermutigen und wir sollten uns mit diesem Widerstand solidarisieren. Aber machen wir uns nichts vor: sie werden weiter machen, wenn wir uns nicht wehren. Unser Kampf gegen gegen Rückständigkeit und Borniertheit, für eine friedliche, humane, gerechte und kinderfreundliche Gesellschaft muss weiter gehen.

So skeptisch ich diese Entwicklungen aus der Perspektive meines Alters sehe, so zufrieden und ausgeglichen bin ich in meiner eigenen Beziehung mit meinem alten Partner. Wir haben manche verdeckte und offene Schwulenfeindlichkeit gemeinsam durchgestanden und uns unser eigenes Leben und unsere eigene beschränkte Freiheit erkämpft. Und wir haben nicht nur für uns gekämpft, sondern uns auch als Lehrer dafür eingesetzt, dass homosexuelle und transsexuelle Kinder und Jugendliche sich frei von Diskriminierung und Anfeindung entwickeln konnten. Und wir haben uns unser Leben lang in sozialen und friedensbewegten Aktivitäten engagiert. Erst das gibt mir ein wenig Hoffnung, dass eine wahrhafte Einbindung von Schwulen. Lesben, von Menschen mit anderen Sexualitäten und vor allem von Kindern in eine humane Mehrheitsgesellschaft möglich ist.

 

Elfriede Jelinek – Literatur-Nobelpreisträgerin

Elfriede Jelinek – Literatur-Nobelpreisträgerin
Vor der Sommerpause wird am Sonntag, 26. Juni 2016 um 15.00 Uhr im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek vorgestellt.
Unter dem von ihr formulierten Motto „ Als Frau machst du dann auch noch die Erfahrung, dass Intellekt den erotischen Wert schmälert“ wird sich Nils Wilkinson mit der Autorin und Vorkämpferin der Frauenemanzipation auseinander setzen.
Die Veranstaltung findet im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt.
Elfriede Jelinek (geb. 1946) ist Trägerin des Nobelpreises für Literatur 2004 und spielt im westlichen Literaturbetrieb eine durchaus schillernde, umstrittene Rolle: Als scharfe und bis ins Zynische gehende Kritikerin der Männer-dominierten Politik und Gesellschaftsordnung gilt sie als Vorkämpferin der Frauenemanzipation. Als detailbesessene, realistische Schilderin weiblicher Lebenswelten gerät ihre Literatur leicht ins Pornografische und in den Ruch der Frauenverachtung.
In ihrer Art, sensibel auf jegliche gesellschaftliche Verwerfungen zu reagieren, schießt sie für viele oft übers Ziel hinaus, für andere ist genau ihre Radikalität ihr besonderes aus dem literarischen Alltag heraus ragendes Markenzeichen. Kennzeichen dafür sind ihre Romane “Die Liebhaberinnen” (1975), “Die Klavierspielerin” (1983), “Die Kinder der Toten” (1995), “Neid” (2007/2008) und andere.
Das Literaturcafé bietet ab 14.00 Uhr Kaffee und Kuchen und kalte Getränke zu günstigen Preisen.
Besuchen Sie auch unser Dunkelcafé – www.dunkelcafe-siegen.de
Reservierung: 0271-2367694

An alle deutschen EM-Fußballfans: Bleiben Sie daheim!

 

Die Bundesregierung informiert

Fußball Europa Meisterschaft 10.06. – 10.07.2016 in Frankreich

AN ALLE DEUTSCHEN FUSSBALLFANS.

Bleiben Sie daheim!

Nach der Verlängerung des Ausnahmezustands in Frankreich müssen Sie davon ausgehen, dass Frankreich kein sicheres Ankunftsland mehr ist.

Überall in Frankreich – auf der Fahrt zu den EM-Austragungsorten, vor und in den Stadien und auch auf dem Rückweg zum Hotel – können Sie bis zum Ende der EM als Terrorist in Gewahrsam genommen werden. Ohne Richter und ohne Kontakt zu einem Rechtsanwalt oder zu Verwandten.

Frankreich ist ein Unrechtsstaat geworden. Viele Fußball-Fans aus dem Osten wissen, was das heißt. Kleiden Sie sich deshalb ab der deutsch-französischen Grenze unauffällig und führen Sie Ihre Fußball-Fan-Utensilien verdeckt mit sich oder lassen Sie sie besser gleich an der Grenze zurück.

Deutsche Hooligans und Menschen, die als Fußball-Fans erkennbar sind, müssen unmittelbar nach dem Grenzübertritt mit Verhaftung und mit Lagerhaft bis zum Ende der EM rechnen. Die Bundesregierung wird alles dran setzen, dass die französische Regierung Deutschland als sicheres Herkunftsland einstuft. Wenn das gelingt, können wir Sie, verehrte deutsche Fußball-Fans, rechtzeitig an die Bierkrüge beim EM Public Viewing in die Heimat zurückholen.

Wenn Sie trotz alledem Ihre freien Fußballfanrechte in Frankreich wahrnehmen wollen, dann machen Sie deutlich, dass Sie mit der französischen Kultur vertraut sind. Führen Sie immer ein Baguette, ein Stück Camembert und eine Flasche Rotwein mit sich. Auch ein kleiner Eiffelturm als Schlüsselanhänger kann Wunder wirken – oder eine Postkarte von einem Kunstwerk im Louvre. Zeigen Sie auch Achtung vor der französischen Sprache und kramen Sie ihre letzten Brocken dieser Weltsprache zusammen.

Finden Sie sich trotz aller Vorbeugungsmaßnahmen im Polizei-Gewahrsam wieder, hat die Bundesregierung für die Ticketbesitzer unter Ihnen die staatliche Garantie erkämpft, dass Sie wenigstens das entsprechende Fußballspiel vor dem Anstalts-Fernseher verfolgen können.

Ihr für Sie wertlos gewordenes Ticket können Sie dem französischen Staat für eine Tombola zur Verfügung stellen. Ihr Ticket wird dann zusammen mit anderen Tickets unter Fußball-treuen Kriegsveteranen aus den ehemaligen französischen Kolonien verlost. Auf diese Weise werden aus ehemaligen Feinden Freunde, die gemeinsam haben, dass der Fußball und die Welt rund sind. So gelangt auch im Ausnahmezustand die deutsch-französische Freundschaft zu neuer Blüte.

Deshalb: Lassen Sie sich nicht beirren. Bleiben Sie deutscher EM Fußballfan, in Frankreich, in Deutschland und überall. Die Bundesregierung ist bei Ihnen!

Verantw.: Bernhard Nolz

 

Bele Bachem – Literaturcafé am 29. Mai 2016

 

Märchen erzählt sie nicht, sondern ziemlich Reales über uns

Eine außergewöhnliche Autorin und bildende Künstlerin stellt Olaf n. Schwanke am 29. Mai 2016 um 15.00 Uhr im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag vor: Bele Bachem (1916 – 2005).

Die Veranstaltung findet im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt. Das Literaturcafé ist ab 14.00 Uhr geöffnet und bietet Kuchen, Kaffee und andere Getränke zu günstigen Preisen.

Bele Bachem, die vor 100 Jahren geboren wurde, gilt neben Unika Zürn als eine der wenigen bedeutenden Surrealistinnen der deutschen Literaturgeschichte. In Düsseldorf als Tochter eines bekannten Kunstmalers geboren, studierte sie in Berlin und macht sich bald einen eigenen Namen als Bühnenbildnerin für bekannte Theateraufführungen, später auch durch Plakatentwürfe und andere grafische Arbeiten.

Ihre Kunst wird von den Nazis als “entartet” verboten. Nach Kriegsende zieht sie nach München, was ihre zweite Heimat wird. In späteren Jahren schreibt sie eigene Texte und illustriert sie. Darunter “Ausverkauf im Wind” (1960), “Rosenwasser ausverkauft” (1977), “Von Sklaven der Liebe” (1980). Aus Anlass ihres 100. Geburtstages zeigt die Universitäts-Bibliothek Siegen eine Ausstellung ihres Werkes.

 

Ende der Fuchsjagd – Literatur mit Friedrich Kröhnke am 24.04.

 

Zurück vom Mondgebirge – Ende der Fuchsjagd

Ein besonderes Ereignis erwartet die BesucherInnen des Literaturcafés am Sonntag Nachmittag, dem 24. April 2016 um 15.00 Uhr.

Bei Kaffee und Kuchen stellt Crauss den Berliner Autor Friedrich Kröhnke vor, der im März dieses Jahres 60 Jahre alt geworden ist.

Und der Clou! Friedrich Kröhnke wird beim Literaturcafé anwesend sein und gemeinsam mit Crauss die Lesung gestalten.

Veranstaltungsort ist das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) in der Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.

Friedrich Kröhnke ist einer der bedeutendsten Autoren der Schwulen Emanzipationsbewegung der 80-er Jahre. Er schrieb so aufrührerische Texte wie „Knabenkönig mit halber Stelle“, „Was gibt es heute bei der Polizei?“ oder „Die Atterseekrankheit“. 2016 erschien sein jüngstes Buch „Ende der Fuchsjagd“, eine Sammlung älterer und neuerer Erzählungen.

Zum 10-jährigen Bestehen der Lesereihe im ZFK lautet das Motto: Kritiker der Gesellschaft – Literatur für Liebhaber“, erlklärt der Organisator der Lesereihe, Prof. Dr. Wolfgang Popp. „Als Crauss vorschlug, Friedrich Kröhnke zu dessen 60. Geburtstag einzuladen, war ich gleich begeistert, den ich gehöre auch zu den Liebhabern von Kröhnkes Romanen.“

Friedrich Kröhnke gilt als feinsinniger Stilist. Seine Romane schwingen lange im Leser nach, stets beschreibt der Autor auch sein eigenes Leben, vor allem aber erzählt er Geschichten von der Liebe, von der Unrast des Neurotikers und vom Reisen, ohne wirklich anzukommen: einmal um die Welt und darüber hinaus.

In Kröhnkes Miniaturen und frühen Romanen geht es ums Erwachsenwerden, die erste sinnliche Begegnung mit Büchern, um die geröteten Wangen beim Verschlingen von allem, was man als Jugendlicher in die Hände kriegen kann. Es sind diese ersten Bücher, die eine unbestimmte Sehnsucht nach Ferne und nach großen Gefühlen wie in alten Filmen erzeugen. Und es ist der ältere Herr auf der Domplatte oder in der U-Bahn, der dem Füchschen zeigt, was es so gibt. Freilich, dieser Herr bleibt allzu oft allein zurück, enttäuscht, ein gealterter Stromer, dessen einzige Chance zu überleben jene ist, sich bald wieder auf den Weg zu machen mit einem neuen jungen Gefährten.

 

Ostermarsch 2016: Stopp deutscher Waffenexporte in Kriegsregionen

 

Ostermarsch 2016: Stopp deutscher Waffenexporte in Kriegsregionen

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) empfiehlt, den diesjährigen Osterausflug mit der Teilnahme am Ostermarsch 2016 zu verbinden.

Kommt zum Ostermarsch Büchel am Ostermontag, 28. März 2016, 15.00 Uhr: Kundgebung in der Nähe vom Haupttor des Fliegerhorstes Büchel/Eifel gegen die Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland. Rolf Plessner, Friedensaktivist aus Siegen, fährt hin und sucht noch eine Mitfahrerin/einen Mitfahrer. Tel: 0271-20521.

Kommt zum Ostermarsch Rhein-Ruhr vom 25. – 28. März 2016 u.a. in Düsseldorf, in Gronau und in mehreren Städten des Ruhrgebiets mit Abschlussveranstaltung in Dortmund.

„Die Ostermarsch-Proteste richten sich in erster Linie gegen die deutschen Waffenexporte an die kriegführenden Staaten im Nahen Osten und gegen den Kriegseinsatz deutscher Tornados in Syrien. Die Rüstungsexporte und die Kriegseinsätze in Syrien steigern die Verzweiflung der dort lebenden Menschen, die dann ihre letzte Hoffnung in der Flucht nach Europa sehen. Die Kriegspolitik der Bundesregierung und der anderen Staaten muss deshalb sofort gestoppt werden“, erklärt Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger und Geschäftsführer des ZFK Siegen.

info@zfk-siegen.net

www.friedenspaedagogen.de

 

RWE in der Krise: Keine Dividende! Was können die Kommunen tun?

Stellungnahme der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) zu Medienberichten über die Ankündigung von RWE, in diesem Jahr keine Dividende zahlen zu wollen.
RWE in der Krise – was können die Kommunen tun?
Die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) sind eine Initiative, die sich seit 35 Jahren für Frieden und Gerechtigkeit und für friedliche, konstruktive Konfliktlösungen einsetzt, z.B. in der RWE-Krise.
Nie war die Verhandlungsposition der kommunalen Anteilseigner von RWE besser als heute.
Mit der Ankündigung einer Null-Dividende bringt RWE die Kommunen in echte Finanznöte. Damit haben die Kommunen die Moral schon mal auf ihrer Seite.
Das weiß die RWE-Geschäftsführung und das weiß die NRW-Landesregierung.
Erstere wird möglicherweise eine symbolische Kommunaldividende aus zu geben bereit sein. Der Letzteren wird nichts Anderes übrig bleiben, als die Mindereinnahmen der Kommunen mit Haushaltsmitteln des Landes auszugleichen. Beide Finanzzuwendungen würden als Strohfeuer in den kommunalen Haushalten verbrennen. Nichts würde sich ändern.
Und nun mal aufgepasst, Kommunen!
Was wäre, wenn man RWE anbieten würde, auf eine Kommunaldividende verzichten zu wollen, wenn RWE den gleichen Betrag oder auch mehr in eine gemeinsame Sozialgenossenschaft von RWE, Kommune und Bürgerinnen und Bürgern einzahlt, die die schrittweise Re-Kommunalisierung der Stromerzeugung und -verteilung zum Ziel hat. Ein solches Zukunft-weisendes Konzept ist RWE den Kommunen quasi schuldig, und RWE, Kommunen und BürgerInnen wären Gewinn-beteiligt und könnten die kommunale Energieversorgung auf eine sichere Grundlage stellen. Die notwendigen Investitionen würden nebenbei mit dazu beitragen, RWE aus der Finanzkrise heraus zu führen.
Und jetzt kommt es noch besser!
In den nächsten Jahren müsste das Land NRW diesen Energie-Umstellungsprozess in den Kommunen mit Landesmitteln fördern. Das aber ginge Landes-seitig am besten, wenn die Schuldenbremse fiele, die das Land und die Kommunen zur Handlungsunfähigkeit verdammt. Leider gibt es PolitikerInnen in NRW, die das noch nicht begriffen haben, oder noch schlimmer, die genau diese Handlungsunfähigkeit erzeugen wollen, damit der Widerstand gegen Sozialabbau und den drohenden kulturellen Kahlschlag in den Kommunen gebrochen wird.
Auf die LandespolitikerInnen kommen also Entscheidungen zu, bei denen sich erweisen wird, wem das Wohl der Kommunen und ihrer BürgerInnen am Herzen liegt.
Im Endeffekt wäre, wenn unseren Vorschlägen gefolgt wird, eine typische Win-Win-Situation erreicht, denn alle hätten Vorteile von der Lösung starker kommunaler Stromversorger in Kooperation mit RWE. Wahrscheinlich erscheint Vielen diese Lösung als zu utopisch, weil sie seit Jahren darauf getrimmt wurden, dass es immer Sieger und Verlierer im marktwirtschaftlichen Wettbewerb geben muss. Denkste!
Eine kommunale Energieversorgung nach obigen Muster kennt nur Gewinner und ist für alle gut!
Deshalb: Die RWE-Aktien-besitzenden Kommunen sollten jetzt solidarisch zusammen halten und diese einmalige Chance zur Durchsetzung ihrer Interessen konstruktiv nutzen. Sie kommt nicht so schnell wieder.
Das vermutet Bernhard Nolz.
Aachener Friedenspreisträger, Träger des Preises für Zivilcourage der Solbach-Freise-Stiftung, Sprecher der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF), Geschäftsführer des Siegener Zentrums für Friedenskultur (ZFK)
Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0271-23568535, 0171-8993637, nolzpopp@web.de www.friedenspaedagogen.de

Literaturcafé mit Jean-Baptiste Molière

Literaturcafé am Sonntag 20. März 2016
Der französische Autor Jean-Baptiste Molière (1622 – 1673) wird am Sonntag, 20. März 2016 um 15.00 Uhr im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag von Jürgen Simon vorgestellt.
Das Literaturcafé im Zentrum für Friedenskultur, Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt feiert im Jahr 2016 sein 10-jähriges Bestehen mit einer Lesereihe unter dem Motto „Kritiker der Gesellschaft – Literatur für Liebhaber“.
Jean-Baptiste Molière, der Lieblingsautor von Jürgen Simon, gehört zu den Gesellschaftskritikern des 17. Jahrhunderts. Als Autor, Schauspieler, Sänger,Tänzer und Schauspieldirektor spielte er von 1645 bis 1658 mit seinem “Illustren Theater” in den französischen Provinzen.
Diese Erlebnisse und Erkenntnisse befähigten ihn zur Kritik an Klerus, Staat, Höflingen und Adel. Er zog sich die Feindschaft der Devoten, des Adels und der Königin zu. Erst deren Sohn, Ludwig XIV., favorisierte ihn und ernannte die Truppe 1665 zur “Theatertruppe des Königs”.
Kein anderer französischer Klassiker wird heute noch so oft aufgeführt wie Molière. In Meisterwerken wie “Der Menschenfeind” oder “Schule der Frauen” erkennt man den Repräsentanten für die frühe Aufklärung, Freiheit, Kritik, Genie, Menschenfreundlichkeit und das Eintreten für die Emanzipation der Frauen.