Literaturcafé am 30. April: Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

 

Literaturcafé – Oskar Maria Graf- „Verbrennt mich!“

Im Literaturcafé am Sonntag, 30. April 2017 um 15.00 Uhr stellt Peter Schmöle den Schriftsteller Oskar Maria Graf (1894 – 1967) vor. Der Vortrag findet statt im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.

Oskar Maria Graf gilt sein Leben lang als exotischer Einzelgänger, obwohl er drei Mal verheiratet und als freiwilliger US-amerikani­scher Emigrant und seit 1957 Staatsbürger, von stetem Heimweh nach seiner urbayrischen Her­kunft geplagt war. Am Starnberger See in eine Bäckersfamilie geboren, flieht er mit 17 Jahren nach München, wo er sofort in der sozialistischen Boheme aufgeht.

Dass 1933 seine Schriften von den Nazis nicht wie die gleichgesinnter Schriftsteller auf den Scheiter­haufen geworfen werden, empört ihn so, dass er ein Pamphlet veröffentlicht, das mit den Worten be­ginnt „Verbrennt mich!“. Das geschieht dann 1934 tatsächlich mit seinen Büchern in einer Extra-Akti­on, während er über verschiedene europäische Länder schließlich in den USA landet. Er bleibt dort, wie schon in den 20-er Jahren, literarisch außeror­dentlich produktiv, wobei seine Bücher meist aus stark autobiographischen Quellen gespeist sind.

1960 erhält er wegen seiner kompromisslos pazifis­tischen Haltung von der Universität Detroit die Eh­rendoktorwürde verliehen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges unternimmt er noch einige viel beach­tete Lesereisen durch verschiedene europäische Länder.Doch als er 1967 in New York stirbt, wird er schnell vergessen. Erst seit 2009 erinnert ein klei­ner Verlag durch den Neudruck einiger seiner Wer­ke wieder an ihn.
Der Eintritt ist frei.

 

Vortrag von Bernhard Nolz: “Kunst-Frieden-Kultur” am 6. April 2017

 

Vortrag: Kunst-Frieden-Kultur am 6. April 2017

Am Donnerstag, 6. April 2017, um 19.00 Uhr hält der Friedenspädagoge und Friedenspreisträger Bernhard Nolz in der Städtischen Galerie Haus Seel, Kornmarkt 20, Siegen einen Vortrag zum Thema: Kunst – Frieden – Kultur. Darin will er der Frage nachgehen, was Künstlerinnen und Künstler zum Frieden beitragen können.

Bernhard Nolz: „In meinem Vortrag versuche ich in pointierter Weise aufzuzeigen, welche Beiträge die Kulturschaffenden zur Entwicklung einer Friedenskultur kommunal und global leisten können. Angesichts der Ausweitung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr und einer fortschreitenden Militarisierung des gesellschaftlichen Lebens stellt sich die Frage, ob und wie Künstlerinnen und Künstler sich solidarisch gegen Krieg und Ungerechtigkeit engagieren können.

Außerdem halte ich als Überraschung noch eine Filmsequenz bereit, mit der ich eine Verbindung zwischen der Friedensarbeit in Siegen und der Stadt Kiel herstelle, dem Wohnort des Künstlers René Schoemakers, dessen Arbeiten im April im Haus Seel gezeigt werden.“

Bernhard Nolz, Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt, 0171-8993637, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

 

Literaturcafé am 26. März – Montesquieu, Phliosoph der Aufklärung

 

Montesquieu – Philosoph und Dichter

Am 26. März 2017 um 15.00 Uhr wird im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag der Philosoph und Dichter Montesquieu vorgestellt. Jürgen Simon wird erläutern, worin die damalige und heutige Bedeutung dieses Repräsentanten der französischen Aufklärung liegt. Die Veranstaltung findet im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt.

Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (1689 – 1755), neben Voltaire, Diderot und Rousseau der Repräsentant der französischen Aufklärung, war Parlamentspräsident, Akademie-Direktor und Mitglied der “Akademie francaise”. Er lebte auf seinem Schloss bei Bordeaux und viele Monate des Jahres in Paris. Dort war er Mittelpunkt der berühmten literarischen intellektuellen Salons.

Weltruhm erlangte er 1721 mit den „Persischen Briefen“: fiktive, faszinierende Harems-Geschichten, in denen er scharfe Kritik am französischen Staat mit Witz und sprachlicher Eleganz übte.

Auf einer dreijährigen Reise durch Europa sammelte er Stoff für sein Hauptwerk „Vom Geist der Gesetze“. Seine „Klima-Theorie“ darin fand große Aufmerksamkeit, und sein Modell der Gewaltenteilung wurde zum Vorbild für die französische und amerikanische Verfassung.

Die Literaturreihe unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Popp steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vergessene Autorinnen und Autoren in Ost und West“. Info: 0271-20596, www.friedenspaedagogen.de

 

Literaturcafé – der Dichter Rolf Bongs

 

Bericht über den Dichter Rolf Bongs

Im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag werden am 26. Februar 2017 um 15.00 Uhr Leben und Werk des Dichters Rolf Bongs (1907 – 1981) von Olaf neopan Schwanke vorgestellt. Das Zusammentreffen der beiden Dichter verspricht einen amüsanten Literatur-Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) in der Kölner Straße.

Für den Düsseldorfer Germanisten Martin Hollender ist der 1907 in Düsseldorf geborene und in großbürgerli­chem Haushalt aufgewachsene Rolf Bongs ein Schriftsteller und Dichter, „der weniger zu den ver­gessenen als vielmehr zu den niemals über die Grenzen des Rheinlands hinaus bekannt gewese­nen Autoren gehörte“ – aber sehr lohnenswert, neu entdeckt zu werden.

Bongs, geprägt durch Wandervogel und Lebensre­form, schrieb Gedichte neusachlicher Art, die ganz modern den schönen Körper, das antike Schön­heitsideal besingen, schrieb Essays, Kurzgeschichten, Reiseromane – und immer am großen Publi­kum vorbei. Er blieb dem humanistischen Ideal verpflichtet, obgleich seine gelegentlich schillernde Biografie anderes unterstellt: Sein erster Gedichtband der alternativen Rabenpresse wurde 1935 von den Nazis verboten, 1942 nahm er als Offizier der Waffen-SS propagandistisch am Krieg und den Umsiedlungsaktionen der braunen Machthaber teil.

Im Nachkriegsdeutschland geriet er literarisch an den Rand, hasste die zeitgenössischen Literatenkollegen und schlug sich mit Gelegenheitspublikationen durch, seine Lyrik war zu experimentell für den großen Publikumserfolg. Er erhielt eine Professur an einer amerikanischen Universität, vier Literaturpreise, regionale Aufmerksamkeit. Krank durch Spätfolgen einer Kriegsverletzung, setzte Rolf Bongs seinem Leben 1981 selbst ein Ende.

 

Thomas Böhme zu Gast im Literaturcafé am 29.01.17

 

Am Sonntag, 29. Januar 2017 ist der Leipziger Schriftsteller Thomas Böhme zu Gast im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) in der Siegener Oberstadt. Die Lesung beginnt um 15.00 Uhr. Crauss stellt den Schriftsteller vor.

Vor 30 Jahren las Thomas Böhme auf Einladung von Wolfgang Popp zum ersten Mal in Siegen, damals ein in der DDR anerkannter und geförderter junger Lyriker, der nach ihrem Untergang wie viele in Vergessenheit geriet, obwohl er bis heute Lyrik wie Prosa schreibt und veröffentlicht. Nun kommt er nach Jahren wieder nach Siegen.

Er wird seinen neuen Gedichtband „Abdruck im Niemandswo“ vorstellen: verkarstete Landstriche, verwunschene Gegenden werden bevölkert von Streunern und Beatniks. Zwischen Patti Smith und Franz Schubert lungern in den „Freihäfen des Schlafs“ aber immer noch die Ragazzi – die Jungen – die man schon von so eigenwilligen Büchern wie „Stoff der Piloten“ oder „Die schamlose Vergeudung des Dunkels“ her kennt und liebt.

Thomas Böhme kümmert sich poetisch um Asservate alter Worte, etwa die „Löffelsprache“, und er betreibt ein heikles Handwerk, wenn er auf lyrische Weise vorsätzliche wie unglückliche Todesfälle beschreibt. Sein Werk und seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet.

Der Eintritt ist frei. Die Literaturreihe findet regelmäßig am letzten Sonntag des Monats statt und stellt in diesem Jahr „Vergessene Autorinnen und Autoren in Ost und West“ vor.

 

 

Das Dunkelcafé-Märchen am 19.01. um 19.00 Uhr im Dunkelcafé

 

Das Dunkelcafé-Märchen

Theater-Aufführung in 100% Finsternis am Donnerstag, 19. Januar 2017 um 19.00 Uhr im Dunkelcafé, Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt.

In Kooperation mit dem Gymnasium Stift Keppel wird das Dunkelcafé-Märchen „Im Spiegel der Wahrheit“ aufgeführt. Die künstlerische Leitung hat die Theaterpädagogin Barbara Friedrich. Der Eintritt ist frei.

Es geht um eine wunderschöne Prinzessin, die über Nacht ihre Schönheit verliert. Mit ihrem ständigen Begleiter, dem kleinen Hasen, versucht sie den Fluch zu brechen. Welcher Fluch eigentlich? Warum liegt da einfach so ein Werwolf rum? Was hat der Zauberlehrling damit zu tun?

Diese und andere Fragen werden beantwortet, wenn ihr mit uns in den „Spiegel der Wahrheit“ blickt. Projektleiter Jan Meyer-Krügel und das Dunkeltheater-Team freuen sich auf euren Besuch. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW.

Dunkelcafé – 19. Januar – 19 Uhr

 

Zum Tod von Eckart Spoo

 

Zum Tod von Eckart Spoo

Erklärung der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF)

Mit Eckart Spoo haben die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) einen guten Freund verloren. Er war für uns bis zuletzt so lebendig und so nah in seinen Beiträgen und in der Veröffentlichung von anderen Artikeln in Ossietzky, die wir von Anfang an mit großer Zustimmung lesen.

Wir haben Eckart Anfang der 1990-er Jahre kennengelernt, als er die PPF-Konferenzen und Fachtagungen besuchte und über unsere Friedensarbeit berichtete. Auch gewerkschaftlich waren wir ihm verbunden, und als er mitten im Jugoslawienkrieg mit einer Gruppe von Gewerkschaftern dorthin fuhr, um seine Solidarität zu bekunden, hat uns seine Tatkraft angespornt. Mit der Gesellschaft für Friedenserziehung e.V. unterstützten wir Eckarts Initiative zum Wiederaufbau von Werkstätten in der zerstörten „Autostadt“ Kragujevac. Wir verwalteten die eingehenden Spenden und konnten mit dazu beitragen, dass die Spenden die serbischen Kolleginnen und Kollegen erreichten.

Diese Art von Eckart, politisches Denken mit konkretem Handeln zu verbinden, entsprach unseren Ansätzen von Friedensarbeit und hat uns zu Vertrauten gemacht.

Seitdem riss die Verbindung mit ihm nicht mehr ab, wenn es auch durch die räumliche Entfernung und durch die Unterschiedlichkeit unserer friedenspolitischen Arbeitsfelder nur zu wenigen persönlichen Begegnungen kam. Desto höher schätzen wir es ein, dass er im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit bei friedenspädagogischen Problemen und Fragestellungen immer wieder auf uns und die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) zukam und uns um Beiträge in seinen Büchern oder im Ossietzky bat. Der letzte Telefonkontakt mit ihm ergab, dass er uns gewissermaßen beauftragte, für Ossietzky die friedenspädagogische Entwicklungen zu verfolgen und ggf. darüber zu berichten.

Wir erkennen in dieser andauernden Verbindung und Verbundenheit eine Achtung und Sensibilität für unsere eher bescheidenen friedenspädagogischen Bemühungen, die durchaus nicht selbstverständlich ist. Wir werden Eckarts Andenken als Freund und Vorbild wahren.

Wolfgang Popp/Bernhard Nolz

18. Dezember 2016, Kölner Str. 11, 57072 Siegen

nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

 

Siegener Friedensgedenktag 2016

 

Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt

Veranstaltungen zum Siegener Friedensgedenktag 2016

- Eintritt frei -

Freitag, 16. Dezember, 19.30 Uhr

Film und Diskussion

Siegen an der Heimatfront

Ein Lehrer, ein Friedenszentrum und ein Friedenspreis

Dokumentarfilm (45 Min.) über die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 und des „Krieges gegen den Terror“ im Siegerland

Sonntag, 18. Dezember, 15.00 Uhr

Vortrag und Diskussion

Krieg ist eine Menschen gemachte Katastrophe“

Die Friedensethik des Friedensforschers Johan Galtung

vorgestellt von Bernhard Nolz (Aachener Friedenspreisträger)

Der Norweger Johan Galtung gilt als der Vater der Friedens- und Konfliktforschung. Wenn wir den Frieden wollen, müssen wir uns mit Galtungs Gewaltbegriff und dem Abbau von direkter, struktureller und kultureller Gewalt beschäftigen. Ein positiver Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg.

ZFK: 0271-20596 / 0171-8993637, nolzpopp@web.de

 

Spielfilm: Themba – Das Spiel seines Lebens

 

Spielfilm: Themba – Das Spiel seines Lebens

Am Abschluss des ersten Tages der Afrika-Tagung (Freitag, 4.11.) steht um 18.00 Uhr die öffentliche Filmvorführung von Themba – Das Spiel seines Lebens. Gezeigt wird der preisgekrönte Spielfilm, bei dem es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lutz van Dijk handelt, im Siegener KrönchenCenter. Der Eintritt ist frei.

„Im Mittelpunkt der berührenden Mischung aus Coming-of-Age, Sportfilm und Sozialdrama aus der Post-Apartheid-Ära Südafrikas steht die packende Geschichte von Themba, eines HIV-infizierten Jungen, für den die knallharte Fußballwelt den einzigen Ausweg bietet, seinem Elend zu entkommen. Ein authentisch engagiertes und aufrüttelndes Fußballmärchen.“ (programmkino.de)

Buchautor Lutz van Dijk kann bei der Filmvorführung am 4.11. nicht dabei sein. Wer ihn in Siegen erleben möchte, hat dazu am 2. und am 5. November im KrönchenCenter Gelegenheit. Am 2.11. um 18.00 Uhr eröffnet Lutz van Dijk die Ausstellung „African Kids“ und präsentiert sein gleichnamiges Buch. Die Veranstaltung ist öffentlich und eintrittsfrei.

Am 5.11. hält Lutz van Dijk im Rahmen der Afrika-Tagung einen Vortrag über das Leben von Kindern und Jugendlichen in Südafrika. Wer daran teilnehmen möchte, wird gebeten, sich per eMail nolzpopp@web.de anzumelden.